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Freiherr von Rast beruft sich in seiner Untersuchung auf das Klavierspiel der Frauen in der damals üblichen Salonmusik, die überwiegend von Frauen gestaltet wurde. Seitenweise schwärmt er über die Klavierdarbietungen dieser Frauen, über die große einfühlende Kraft, über den graziösen Stil, über den Einfallsreichtum etc.
Freiherr von Rast merkt dann an, daß es doch verwunderlich sei, daß in öffentlichen Konzerten die Frauen so wenig vertreten wären und kommt zu dem Schluß, daß das Klavierspiel, die Fingerfertigkeit als solches, in der Natur der Frauen liege (er erwähnt in diesem Zusammenhang die Fähigkeit der Frauen mit Nadeln, Spindeln, Kindern umzugehen). Aufgrund dieser natürlichen angeborenen Fähigkeit hätten Frauen naturgemäß nicht das Bedürfnis, diese ihre Natürlichkeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Anders bei Männern. Da diese Fähigkeit nicht in ihrer Natur liege, wäre jede Könnerschaft am Klavier eine Naturveredelung, eine Überwindung der Natur, eine Überhöhung, eine dem Geist dienende Tat, die dadurch viel mehr Beachtung verdiene als das Spiel der Frauen. Darum sei das Spiel der Männer hohe Kunst und daher auch das Bedürfnis, diese Kunst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie alle Kunst, wie alle Großtaten aus der Überwindung des Natürlichen entstehen.
Kurzum: Das Spiel der Frauen sei zwar schön, aber da es direkt aus der Natur käme, nicht rein; das Spiel der Männer sei zwar nicht so schön, wie das der Frauen, aber da es eine Überwindung der Natur darstelle, bedeutend höher zu achten und zu beurteilen.
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