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Die Havarie 1640 vor Glasgow, die zur Vereinheitlichung des zivilen Schiffsrechts führte


Nebel lag über Glasgow, wir schreiben den 14. November 1640.
Ein Datum wie jedes andere, heute nicht mehr beachtet, doch wären die damals grausamen und traurigen Mißverständnisse nicht gewesen, hätten wir heute aller Wahrscheinlichkeit nach ein anderes Schiffsrecht.

Der Wind spielte verrückt. Auf dem Meer war ein starker Achterwind, im Hafen herrschte ein wechselnder, vom Land her kommender Wind, der immer wieder starke, in sich drehende Böen erzeugte.

Die Havarie mit heilsamen Folgen
Um 15.30 Uhr ließ Kapitän George Colinson seine kleine Flotte von einem Hauptschiff und 3 Begleitschiffen fertig machen. Leinen los. Die Fahrt sollte gen Amerika gehen.
Er wollte unbedingt heute los, den schon seit einer Woche wartete er auf einigermaßen günstigen Wind, und jede weitere Woche ließ die Fahrt nur noch kälter werden.

Gerade als er den Hafen verließ, kam in schneller Geschwindigkeit Kapitän Eugen Gluck mit seinen 4 Schiffen angefahren, er nahm nicht im geringsten an, daß bei diesem Wind ein Schiff aus dem Hafen auslaufen würde.

Beide Schiffsansammlungen fuhren aufeinander zu, riefen sich gegenseitig zu, der eine solle dem anderen aus dem Weg gehen, doch der eine verstand den anderen nicht, die Schiffe kollidierten. Das eine rammte das andere, ein Mast fiel auf den anderen, Menschen wurden erschlagen, über Bord geworfen, ein Brand brach aus, der erst in den frühen Morgenstunden gelöscht werden konnte. Die Folge war, daß einen Tag später, als man über die Havarie einen Überblick bekam, 4 Schiffe beschädigt, aber noch einsatzbereit waren, die anderen waren zerstört, ausgebrannt. 124 Personen wurden vermißt, 85 Leichen geborgen, darunter auch die beiden Kapitäne der Schiffszüge.

Die Situation kurz vor der Havarie:   
Rot: die auslaufende Flotte des Kapitäns George Colinson.
Grün: die einlaufende Flotte des Kapitäns Eugen Gluck.
Die gegenläufigen Winde drehen sich unberechenbar im Hafeneingang.

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