Eröffnung am Donnerstag, den 20. September 2007, um 19 Uhr
Museum der Unerhörten Dinge, Crellestraße. 4-5, 10827 Berlin
Zur Eröffnung spricht Prof. Dr. Winfried Pauleit, Universität Bremen
Die Soundbar ist anschließend bis zum 19. Oktober 2007 jeden Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr durchgehend geöffnet.
Die gesammelten Töne warten darauf, während dieser Zeit gehört zu werden.
***Das Projekt wird vom Kiezfonds Kolonnenstraße gefördert***
Der Künstler und Museumsdirektor des Museums der Unerhörten Dinge, Roland Albrecht, sammelt seit geraumer Zeit neben seinem Museum, in dem die
einfachen Dinge eine Wandlung zum Bedeutsamen erfahren, auch Töne, Unerhörte Töne. Eine Sammlung von örtlich bezogenen Tönen und Klängen präsentiert er in einer Tonausstellung, in dem das Museum der Unerhörten Dinge zu einer Hörstelle von Unerhörten Klängen wird.
An 15 Kopfhörern können Alltagstöne, immer überhörte Straßenklänge gehört werden, keine spektakulären, schöne oder exotische Töne; sondern Töne des Alltags, die selten gehört, erhört werden.
Die Tonabnahmen, Aufnahmen stammen z.B. vom Grab der Gebrüder Grimm, vom Wochenmarkt auf der Crellestraße, von U-und S-Bahnen, von der Hauptstraße, von Hinterhöfen, von Nachtigallen am Bahngelände entlang usw..
Durch die genaue Verortung der Klang-Abnahmen entsteht eine Art Kartographie des gehörten und zu hörenden Stadtteiles.
Zum Projekt "Soundbar!"
Jeder von uns geht täglich durch den Kiez, zum Einkaufen, zur U-Bahn, zum Frisör, jede kennt die Häuser, die Ecken des täglichen Gehens; man orientiert sich optisch - an dieser Ecke muss ich rechts, an dem Baum geh ich enger an der Hauskante entlang, um den Weg kürzer zu halten. Das optische Gehen ist in einen Automatismus übergegangen.
Kaum jemand hört jedoch die Klänge, die Geräusche, die alltäglich auf der Straße auf einen einprasseln. Beim
genaueren Hinhören hat aber jede Ecke, jeder Hinterhof, jeder Kinderspielplatz einen ganz spezifischen und
unverwechselbaren Klang.
Bei dem Projekt "Soundbar - Töne aus Schöneberg rund um die Kolonnenstraße " geht es um eine *Hörbarmachung* des
Kiezes, um eine *Bewusstmachung der Töne des Alltags*, es geht um die akustische Wahrnehmung unserer
alltäglichen Umwelt, um eine Sensibilisierung für die Töne des Kiezes, um eine Sensibilisierung für die hörbare
Umwelt, um das Hören der Unmittelbarkeit, außerhalb der Ohrstöpsel des MP3-Players.
So entsteht eine Art akustischer Stadtplan des Bezirkes, die Klang-Besonderheiten wie die Klang-Alltäglichkeit
werden dokumentiert und im Museum der Unerhörten Dinge präsentiert. Von über 15 auserwählten Stellen des Kiezes
wurden Töne abgenommen. Vom Grab der Gebrüder Grimm, vom Crelle-Markt, der Klang eines Gewitters, Nachtigallen,
der Klang der Hauptstraße usw.
Die Töne wurden aus ihrer Umgebung isoliert und es entstand ein kiezbezogenes Tonarchiv.
Roland Albrecht
siehe auch: Soundarbeiten von Roland Albrecht
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