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Das Museum der unerhörten Dinge in Amsterdam

HET MUSEUM VAN ONGEHOORDE DINGEN - Juni 2007 - Natuurlijk Museum, Amsterdam.

eldelweiss "Het depot achter het museum is verdeeld in een wand waar de collectie staat als deze niet wordt geëxposeerd in het museum of (regelmatig) op reis is in het buitenland en een wand waar de dingen staan die wachten op de beschrijving van hun verhaal. In juni 2007 kunt u enkele stukken bezichtigen in het Natuurlijk Museum te Amsterdam. De teksten uit de catalogus en bij de objecten zijn voor deze gelegenheid uit het Duits vertaald door de Amsterdamse Kunstenares Els Bannenberg."

Natuurlijk Museum
Witte de Withstraat 139
1057 XS Amsterdam

 

 


Sonderaustellung im Museum der unerhörten Dinge

Zeichnung RingDie Vermessung der Dinge
Eine Dekonstruktion der Konstruktion

Zeichnungen von Guillaume Carreau
8.6.07 - 30.6.07

Ausstellungseröffnung am Freitag, den 8. Juni 2007, 19 Uhr

Museum der Unerhörten Dinge, Crellestraße 5-6, 10827 Berlin
U-Kleistpark, Bus: Kaiser-Wilhelm-Platz 106, 204, 187, M 48

 

Roland Albrecht
Die Vermessung der Dinge durch Guillaume Carreau

Alexander von Humboldt bereiste die halbe Welt, um „ Maß zu nehmen “ von der Erde und tüftelte an einem Schnittmuster aller Erscheinungen.
Johann Carl Friedrich Gauß wollte die „ Figur der Erde “ ausfindig machen und berechnete das Schnittmuster, aus dem diese Figur geschneidert ist.

Daniel Kehlmann führte beide in einem gut bemessenen Buch zusammen und erntete großen Erfolg.
Guillaume Carreau, ein junger Künstler aus der französischen Hafenstadt Nantes, vermisst kleine unerhörte Dinge eines Museums in Berlin und verfertigt kunstvolle technische Zeichnungen von Dingen, die es schon gibt, die also nicht mehr konstruiert werden müssen, nicht konstruiert werden können.

Leonardo da Vinci, der als einer der Väter des technischen Zeichnens gilt, ging es um die genaue, detaillierte Abbildung von mechanischen Prozessen, die auf Grund seiner Zeichnungen wieder rekonstruiert oder überhaupt erst konstruiert werden konnten. Guillaume Carreau geht den umgekehrten Weg: Er dekonstruiert durch eine Konstruktionszeichnung einen Gegenstand aus einem Museum, indem er aus einem völlig untechnischen Gegenstand eine genaue, akribische technische Zeichnung anfertigt.

Jeder Gegenstand eines Museums ist aus dem Prozess der direkten Vermarktung genommen, ist nur noch ein Gegenstant der Forschung. Museumsdinge berichten über die kulturelle Leistung eines Landes, eines Volkes und sogar der Menschheit. Eine technische Zeichnung eines Museumsdings ist an sich überflüssig, es sei denn, sie dient der Dokumentation.

Zeichnung RoseGuillaume Carreau zeichnet akribisch die Goethe-Rose, eine Papierrose, die 14 Tage in Karlsbader Sprudelwasser lag, an der sich Eisenkristalle angelagert haben und die dadurch einen versteinerten Ausdruck bekommt. Goethe führte eine solche Rose auf seiner Italien-Reise mit und eine solche wundersame Rose ist im „Museum der Unerhörten Dinge“ aufbewahrt. Guillaume Carreau lernte das Berliner Museum bei einer Gastausstellung im Frühjahr 2006 in Nantes kennen und fing an, einige ausgestellte Exponate als technische Zeichnungen zu Papier zu bringen. Zwei Teile aus der Schreibmaschine von Walter Benjamin, die Rückseite eines Bilderrahmens und Ausschnitte der Vorderseite eines Bildes von Cornelis Cornelisz van Haarlem, aber auch eine Oliveneichel sowie ein Kinderspielauto, an dessen Entwicklung der russische Künstler Malevitsch mitgewirkt hat, sind Gegenstände seiner Zeichnungen.Es sind Dinge, die nicht nur durch ihre haptische Erscheinung existieren, sondern erst durch ihre narrative Auslegung größere Bedeutung bekommen. Es sind Dinge, die sich genau genommen einer technischen Aneignung entziehen.

Indem Guillaume Carreau diese Dinge in Konstruktionszeichnungen in ihrer nackten Sachlichkeit darstellt, entreißt er ihnen nicht ihr Geheimnis, ihren Zauber, was ja der eigentliche Grund und Zweck einer technischen Zeichnung ist, sondern Guillaume Carreau gelingt es, in seinen Bilder den unscheinbaren Dingen noch ein zusätzliches Geheimnis zu geben, indem er z. B. die Goethe-Rose in zehnfacher Größe, in Hunderten von Vermessungen darstellt, ihm gelingt es auf wunderschöne Weise, mit Mitteln der Konstruktion, das Befremdliche wie auch das Ästhetische eines solchen Unterfangens darzustellen.

 


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